Das Netzwerk

Im Ostalbkreis/Württ. hat sich im Jahr 2002 ein Kreis aus Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen gebildet, die in unterschiedlichen therapeutischen Settings mit essgestörten Patienten arbeiten. Die Intensivierung der interdisziplinären und sektoren-übergreifenden Zusammenarbeit hat zur Gründung eines „Netzwerk Essstörungen im Ostalbkreis“ geführt, das Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang über Beratungsstellen, Haus- und Fachärzte ermöglicht.

Ziel ist es bestehende Hilfsangebote für anorexie- und bulimieerkrankte Patientinnen besser aufeinander abzustimmen sowie vorhandene Lücken im Versorgungsangebot angesichts begrenzter Ressourcen zu schliessen. Dabei geht es auch um die abgestufte Verzahnung der Angebote Prävention, Beratung, Diagnostik, Motivation, Psychoedukation, ambulante und stationäre Psychotherapie, Krisenintervention sowie Nachsorge.

Neben ambulanten Beratungs- und Therapie-angeboten im Einzel-, Gruppen- oder Familiensetting ist dabei die (teil-)stationäre Psychotherapie in den psychosomatischen bzw. psychiatrischen Kliniken vor Ort nur eine - wenn auch wichtige – Episode im gesamten Behandlungsablauf.

Der Arbeitskreis trifft sich regelmässig alle 8 Wochen

Integrierte Versorgung Essstörungen

Die in der Klinik bewährte Verknüpfung verschiedener psychotherapeutischer Verfahren unter Einschluss non-verbaler Angebote wird bisher im ambulanten Sektor von den Kostenträgern nicht finanziert. Eine sinnvolle und erfolgversprechende Therapie Essgestörter ist nur im multiprofessionellen Setting unter Einbezug ambulanter, teilstationärer und vollstationärer Angebote möglich.

Um die sektorenübergreifende und interdisziplinäre Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten und zu verbessern wurde vom Netzwerk Ende März 2007 ein Vertrag zur Integrierte Versorgung gemäß §140 Abs. a-d SGB V mit der AOK Ostalb und AOK Schwäbisch Gemünd abgeschlossen. Der Versorgungsvertrag regelt den Einsatz und die Finanzierung fachübergreifender Kooperationsleistungen und Behandlungsmassnahmen. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, multimodale Behandlungsangebote auch im ambulanten Bereich qualitativ und finanziell besser zu realisieren.

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Ziele des Netzwerkes
  • Koordination bestehender Hilfs-, Beratungs- und Therapie-angebote
  • Verbesserung der Versorgungsqualität durch eine abgestufte Behandlungskette mit definierten Indikationen
  • Vermeidung wiederholter psychischer und körperlicher Dekompensationen
  • Erstellung und Umsetzung koordinierter Gesamtbehandlungspläne

Teilnehmer im Netzwerk
  • Beratungsstellen der Caritas in Aalen und Schwäbisch Gmünd
  • niedergelassene Hausärzte
  • niedergelasene Nervenärzte
  • ambulant tätige ärztl. oder psychol. Psychotherapeuten
  • Klinik und Tagesklinik für Psychosomatik, Klinikum Aalen
  • Kinderklinik, Klinikum Aalen
  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ellwangen
  • Psychiatrische Tageskliniken in Aalen und Schwäbisch Gmünd
  • Suchtbeauftragter des Ostalb-Kreises

Vorteile des Netzwerkes
  • Der Rückverhalt durch gemeinsame Absprachen in der Fallkonferenz erleichtert ambulanten Therapeuten die Entscheidung, essgestörte Patienten in Therapie zu nehmen
  • durch Einbeziehung der kooperierenden Hausärzte/Psychotherapeuten und Angehörigen ist auch die Behandlung von komplexeren Fällen möglich
  • koordinierte Anschlussbehandlung kann (teil-) stationären Verweilzeiten in der Klinik verkürzen
  • bessere Motivation zur Wiederaufnahme bei Unterbrechungen der stationären Behandlung

info@neo-iv.de      Homepage aktualisiert am 13.08.2011 von M. v. Wachter